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Logbuch vom 3.9.07 - 28.9.07:
Ohne Wind mit viel seitlichem Schwell zur Brücke nach Lefkada, welche das Festland mit der Insel verbindet. Ohne Wartezeit durch die Brücke. Der Anker fällt zwischen Marina und Stadtkai.Wir sehen die Schiffe von unseren Schweden in der Marina. Mit dem Dinghy an Land, um ein bisschen von der Stadt zu sehen. Es ist ziemlich voll, überall sind Menschen. Wir kaufen einen Stadtplan und eine Süddeutsche und setzen uns in ein Café. Am nächsten Tag kommt eine Schlechtwetterfront mit Regen und 8Bf Wind. Der Anker hält und wir vertreiben uns den Tag mit Lesen. Die nächsten Tage vergehen mit Stadtbesichtigung und einkaufen. Am sehenswertesten sind die Kirchen, in denen wir aber nicht fotografieren dürfen. Auch die Konstruktionen der Häuser - Kirchen mit Glockentürmen aus Stahl, welche neben den eingeschossigen Kirchen stehen - sind interessant. Wir lesen, dass sie wegen der vielen Erdbeben so gebaut sind.
05.09.07 Da es stark abgekühlt hat, machen wir einen ausgedehnten Spaziergang zur Ruine der Festung Santa Maura. Nur eine Kapelle wurde restauriert, in der wir ein paar Bilder machen können. Nachmittags sind wir bei den Schweden zum Sundowner eingeladen .Wie immer unterhalten wir uns prima. Am Abend zünden wir die Petroleumlampen an, nicht nur wegen der Helligkeit, sondern auch um zu heizen, denn es ist ziemlich kalt geworden - 17 Grad. Mit Wollsocken an den Füssen schlafe ich prima.
Am 8.9.07 geht es weiter nach Nidri in die Tranquillbay. Die Fahrt durch den Lefkaskanal ist sehr schön. Vorbei an Lagunen ohne Wind und Welle. Der Anker fällt in 7m Tiefe. Wir liegen in der Nähe eines Engländers in guter Entfernung. Doch was ist das? Der Wind dreht und wir kommen ihm immer näher. Nein, so kann das nicht bleiben. Also Anker auf. Oh je, Fritz holt die Kette ein und nach 5m zeigt sie senkrecht nach unten. Wir versuchen mit der Genuawinsch den Anker aufzuholen, nichts geht. Zwei Spanier kommen mit dem Dinghy und legen eine Leine mit Schäkel um die Kette und versuchen, uns in die entgegengesetzte Richtung zu ziehen. Vergebens. Ein Engländer kommt mit seinem Segelboot, aber wir winken ab . Der Spanier ist so nett und holt Taucherbrille und Schnorchel, denn für uns ist es zu tief zum Tauchen. Ein Fels, der sich nach unten verjüngt, liegt auf dem Grund und unsere Kette hat sich mehrmals um ihn gewickelt. Also auf Kommando Kette lösen und der nette Spanier wickelt sie ab. Nun sind wir frei und ankern an einer anderen Stelle neu. Wir wollen uns bedanken, aber er nimmt nur einen Händedruck als Dank und sagt: "Das ist selbstverständlich unter Seglern.”
07.09.07 Am Stadtkai wird ein Platz frei und wir holen schnell den Anker auf und legen mit Buganker und Heck an. Wir müssen unsere Batterien mal wieder mit Landstrom laden. Ein bisschen Schwell kommt durch die Fähren, aber die fahren nur bis 19.00 Uhr. Sehr schön ist es hier; wir finden eine Wäscherei , haben Internet vom Schiff und direkt die Geschäfte und Lokale hinter dem Kai. Am Nachmittag machen wir einen ausgiebigen Spaziergang zum 4km entfernten Wasserfall. Der Weg führt durch Oliven und Zitronenplantagen. Der Wasserfall führt kaum noch Wasser durch die lange Trockenheit, denn auch im letzten Winter hat es kaum geregnet.
11.9.07 Wir haben einen Leihwagen genommen, um uns die Insel Lefakada anzuschauen. Los geht es und schon kurz nach Nidri geht es in die Berge. Wir genießen wunderschöne Ausblicke auf die Inseln und das Ionische Meer. Die Vegetation wird durch Olivenbäume bestimmt, von denen die meisten nicht mehr bewirtschaftet werden. Wir sehen viele kleine Orte, in denen nur noch wenige Alte leben. Auf einmal wird die Straße immer schmaler und endet in einem Schotterweg. Fritz wendet und ich habe Angst, dass wir abstürzen. Zurück machen wir in einer Taverne halt. Kühl und sehr ruhig ist es hier in den Bergen. Eine alte Frau in Tracht geht durchs Dorf. Weiter nach Kyra ein Dorf, in dem noch nach alter Tradition gestickt wird. Es wimmelt von Touristen und wir kaufen ein Kissen als Erinnerung. Auf dem Rückweg noch beim Marine Chandler vorbei und eine selbstaufblasende Matte für das Cockpit gekauft. Dann zu Lidl und Nürnberger Bratwürstchen, Hering in Tomate und noch ein paar Sachen eingekauft.
12.09.07 Fritz hat beim Chandler ein Led Licht entdeckt und kauft es. Nun können wir auch am Ankerplatz im Salon lesen, ohne viel Strom zu verbrauchen.
13.09.07 Die Bordräder klargemacht und losgestrampelt. Nach 8km bergauf kann ich nicht mehr. Das Weingut zum Besichtigen gibt es nicht mehr und es wird rabenschwarz. Zurück schaffen es genau bis zu einem Cafe. Es regnet und in ein paar Minuten steht die Straße unter Wasser. Glück gehabt. Nach einer halben Stunde radeln wir weiter zurück zur Temptation. Fritz verlegt Kabel in der Achterkabine zur Backskiste, um noch ein zusätzliches Solarpaneel anschließen zu können. Schwerstarbeit bei der Hitze. Am Abend kommt die Asante zum Sun Downer, die in der Bucht vor Anker liegen.
14.09.07 Weiter geht es nach Meganissi Abeldi Ankerbucht. Sehr malerisch liegen wir vor Anker und Landleine. Wunderbares sauberes Wasser lädt zum Baden ein. Wir wollen ein paar Tage bleiben. Bei unseren Wanderungen sehen wir außer uralten Oliven und Zitronenhainen auch Schafe mit langem seidigem Fell. Am Abend essen wir in einer kleinen Taverne, bedient von einer Norwegerin mit Schweden und Norwegern gekocht von einem Griechen.
17.09.07 Anker auf, um nach Sivota zu motoren. Gerade als wirk ankommen verlassen die Charterschiffe die Bucht. Wir legen mit dem Heck und Buganker direkt vor einem Cafe an. Es gibt Bier vom Fass und leckeren Capuccino. Im Ort kaufen wir wieder eine Zeitung und genießen den Tag. Nachmittags bekommen wir wieder das Schauspiel durch die Anlegemanöver geboten. Siegfried hilft einem den Anker aufzutauchen. Er verschwindet, ohne sich zu bedanken. Wir treffen Inge und Erwin mit Lady Sunshine, die wir schon in Plataria getroffen haben. Sie laden uns zum Abend auf ihr Schiff ein. Ein sehr schönes Schiff Bianca 43 mit allem drum und dran, alles funktioniert per Hydraulik. Die beiden kommen aus der Ostsee und wir haben viel zu klönen.
18.09.07 Gudrun und Siegfried von der Asante verabschieden sich von uns, denn sie segeln weiter durch den Kanal von Korinth, um im Winter in Marmaris in der Türkei zu überwintern. Ein bisschen traurig sind wir schon , uns nach 7 Wochen gemeinsamen Segelns zu trennen. Inge und Erwin lassen ihr Schiff auch in Preveza und haben am gleichen Tag wie wir Krantermin. So wollen wir die letzten Tage gemeinsam verbringen. Am nächsten Morgen sitzt eine Anglerin direkt hinter unserer Badeleiter wie schon die letzten drei Abende. Geduldig holt sie auch die kleinsten Fische aus dem Wasser und füttert diese an die wilden Katzen. Aber heute hat sie Glück sie zieht einen Tintenfisch von ca. 1,5 kg an Land.
19.09.07 Wir motoren mit Lady Sunshine nach Meganissi zurück und legen in der Atheni Bucht am Kai an. Neben uns legt ein Holländer an, der auch in Preveza ins Winterlager geht. Dort treffen wir Jürgen und Ilse mit Dreamlife einem Motoboot. Sie erzählen uns, dass sie ihr Bimini selbst genäht haben. Ich frage, mit welcher Maschine und sie haben eine Pfaff. Sie leihen mir ihre Spulenkapsel und ich nähe unsere Sprahhood. Wir bekommen eine Adresse in Lefkas für Stoff und Garn und jemanden, der Edelstahlarbeiten macht. Wir gehen mit Inge und Erwin ein bisschen spazieren, trinken bei Costas Capuccino und schauen im Internet nach Lösungen für das Bimini und Solar, schwimmen und lesen.
22.09.07 Fritz schleift die Treppe und lackiert sie neu. Wir stellen fest, dass wir eine Schleifmaschine brauchen, um das Ganze vernünftig zu machen. Deshalb und um auch andere Dinge von zu Hause mitzubringen, wollen wir im nächsten Jahr mit dem Auto fahren. Ab Venedig mit der Fähre nach Korfu und dann noch 80km mit dem Auto. Dann wollen wir im Juli/ August für 6 Wochen nach Hause fahren. Mal sehen, alles in der Planung.
24.09.07 Zurück nach Lefkas finden wir am Kai Platz. Da schlechtes Wetter zu erwarten ist, werden wir hier ein paar Tage bleiben. Außerdem ist ein bisschen die Luft raus und wir freuen uns auf zu Hause. Die Tage vergehen mit Aufräumen und Planen für das nächste Jahr. Der Edelstahlmensch war nicht daran interessiert, aus dem Vorhandenen etwas Neues zu machen, sondern wollte uns für 500€ ein neues Gestell bauen. Fritz hat schon eine Idee, wie er selber das Gestänge ändern kann. Garn zum Nähen einer Persenning haben wir gefunden. Nach dem Stoff müssen wir noch schauen. Abends gehen wir mit Inge und Erwin essen und verbringen schöne Abende. Auch die Schweden haben wir wieder getroffen.
26.09.07 In der Nacht kam starker Wind auf. Neben uns liegt ein großer Segler mit bestimmt 25 Tonnen Gewicht. Fritz wacht auf und schaut nach dem Rechten. Kurze Zeit später wache ich auf und höre Fender quietschen. Fritz steht auf und sieht, dass das große Schiff auf uns liegt. Er nimmt den Bootshaken und klopft. Nichts rührt sich. Er steigt auf das Schiff und ruft den Nachbarn. Verschlafen kommt er aus dem Niedergang. Sie legen eine Spring und wir sind wieder frei. Auf einem anderen Schiff ist die Genua ausgerauscht und Erwin und ein Däne versuchen, sie aufzurollen. Es pfeift mit 7-8 Bf. Ein ungemütlicher Tag mit viel Wind. Am Nachmittag mache ich einen langen Spaziergang. Fritz bleibt an Bord wegen des Windes. 5 Minuten nachdem ich zurück bin fängt es an zu regnen und regnet die ganze Nacht bis zum nächsten Morgen.
27.09.07 So, und nun bleiben wir noch bis morgen, um dann nach Preveza zu segeln. Dort geht das Schiff am Montag ,den 1.Oktober aus dem Wasser. Im Abschlussbericht kommt noch eine Bildserie von Meganiss.
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