|
06.09.06 –11.09.06: Es geht wieder los: Fritz und Chris haben noch nicht einmal alles richtig verstaut, da legen sie (mal wieder in Hektik) schon wieder ab. Aber diese Eile ist nach dem Erlebnis in der Toilette des Hafens in Funchal wohl kein Wunder...Denn: Es war sehr heiß geworden in den letzten Tagen. Am Morgen läuft Christiane bei der Benutzung der Toilette eine Kakerlake über die Füße. Fluchtartig verlässt sie diesen Ort, um sich schnell zu duschen. Aber es kommt noch schlimmer: Als das Wasser über ihren Körper läuft, kommen aus dem Abfluss direkt mehrere daumengroße, schwarze Kakerlaken und laufen über ihre Füße an ihren Beinen die Wände hoch! Pfui! Wenn es ja nur eine gewesen wäre - aber es waren mehr als zehn! Noch nie hat sie sich so geekelt. Fritz beschwert sich im Marinebüro über diesen Zustand. Die erklären, dass der Kammerjäger erst am Freitag kommen würde. Sofort kaufen Fritz und Chris Kakerlakenfallen für den Ernstfall. So bleibt ihnen Funchal leider in nicht in so guter Erinnerung.
Die erste Zeit motoren die beiden mal wieder. Dann ist Fritz gefragt; Segel rauf, Segel runter, bis endlich am Nachmittag der Wind stabil ist. Die beiden genießen schönes Segeln mit wenig Welle. Mea geht es nicht gut und leider findet sie den Weg zum Katzenklo nicht. Da die Polster mit Decken abgedeckt sind, ist es zum Glück nicht ganz so schlimm. Die Nacht ist hell durch den Vollmond, so dass Fritz und Chris fast lesen können. Der Wind nimmt zu und sie reffen das Großsegel.
07.09.06 Fritz ist ziemlich kaputt und legt sich nach dem Frühstück noch mal in die Koje. Ansonsten ist es ein schöner Segeltag, bei dem Christiane sich mit Lesen die Zeit vertreibt. Am Nachmittag genießen die beiden eine Dusche im Cockpit. Danach fühlen sie sich wie neugeboren. Wieder folgt eine ruhige und helle Nacht. Leider schläft der Wind gegen 2.00 Uhr ein und sie müssen motoren.
08.09.06 Fritz und Chris gönnen sich ein gutes Frühstück mit Rührei und Brot, Saft und leider nicht so leckerem Nescafé. Der schmeckt so "gut", dass Chris überlegt, ob man während der langen Schläge nicht besser auf Tee umsteigen sollte... Gegen 13.00 Uhr kommt Lanzarote in Sicht. Eigenartig - die weißen Häuser und die runden Vulkanberge. Die Temptation legt um 14.15 Uhr in Marina Rubicon an, einem supermodernem Hafen mit Geschäften, Swimmingpool und ganz sauberen (und “kakerlakenfreien“) Duschen.
09.09.06 Fritz fragt gleich bei der Waterline Werft an, ob und wann das Schiff aus dem Wasser kann. Er bekommt für Montag 12.00 Uhr einen Termin. Also können die beiden erst mal ausspannen. Doch vorher muss die Temptation natürlich erst vom Salz befreit werden. Dann folgt das übliche Wäsche waschen. Zwischen den Wasch- und Trocknungsgängen liegen die beiden am Pool. "So lässt es sich aushalten."
10.09.06 Heute werden die beiden die nächste Stadt (Dorf) erkunden. Auf der Promenade kommen sie an einem wunderschönen Strand vorbei und erreichen nach 15 Minuten das Dorf Playa Blanca. Alles ist fest in deutscher Hand. Die Supermärkte sind mit deutschen Lebensmitteln bestückt. Fritz und Chris kaufen erst mal Frikadellen, Erbsen und Möhren in der Dose und Senf. Als Nächstes sehen sie eine deutschen Arztpraxis und hören, wie die Touristen sich in Deutsch unterhalten. Etwas eigenartig. Überall gibt es Geschäfte mit Kameras. Wieder einmal lassen sich die beiden “über den Tisch ziehen“ und kaufen eine neue Kamera zu einem völlig überhöhten Preis. (Ob sie das Handeln jemals lernen werden?) Am Abend können sie mit ihren Kindern über das Internet prima telefonieren. Da jetzt alle eine Webkamera haben, sehen sie sich auch noch dabei (Fritz und Chris sind dabei immer braungebrannt und in Badekleidung...). Das ist für alle schön und bringt sie wieder nah zusammen.
11.09.06 Nach dem Frühstück legen Fritz und Chris los und säubern die Temptation, um sie klar zum Rausholen zu machen. Punkt 12.00 Uhr holt der Kran das Schiff dann raus. Ganz schön aufregend für die beiden, wie sie auf dem Schiff stehend aus dem Wasser kommen. Danach wird das Schiff abgespritzt und auf Böcken abgesetzt. Henning von Waterline inspiziert die Temptation und teilt den beiden mit, dass der Propeller am Saildrive erneuert werden muss. Die Lieferzeit liegt bei drei Wochen und das Schiff muss dafür noch einmal aus dem Wasser. Die neue Strömungsmanschette wird nachher eingeklebt. Dafür muss Fritz den Schacht von Muscheln und anderem Getier befreien. Da die Öffnung sehr eng ist, holt er sich blutige Finger. John ist für den Motor zuständig und macht den Ölwechsel am Saildrive. Dann wird der Wasserzulauf für den Wassermacher gemacht. Das Polieren wird auch von der Werft übernommen. Eine anstrengende Arbeit in der heißen Sonne Lanzarotes. Die im Schatten liegende Seite wird heute, die andere am nächsten Tag gemacht. Am Abend kochen Fritz und Chris auf dem Schiff und klettern zum Spülen mit Geschirr die Leiter hinunter. Auch die Toilette an Bord kann nicht benutzt werden. Aus ihrer luftigen Höhe heraus haben die beiden dafür einen schönen Blick über den Hafen und Playa Blanca. Es ist schon etwas unheimlich, in der Nacht als Einzige in der Werft zu übernachten. Der Wind zieht und zerrt an der Temptation und Christiane ist froh, dass sie am nächsten Morgen wieder ins Wasser kommen.
12.09.06 Das Schiff wird weiter poliert und Fritz streicht Antifouling. Zudem wird die Leitung für den Wassermacher installiert. Nach dem Mittag soll die Temptation wieder ins Wasser. In der Zwischenzeit gehen Fritz und Chris in die Snackbar, um eine Kleinigkeit zu essen. Welch eine Überraschung - dort treffen sie Shirley und Graham von der Papaver, die sie in Lagos kennen gelernt haben. Sie sind mit der Vietje, einem andern deutschen Schiff, am Freitag von Lagos direkt nach Lanzerote gekommen. Allerdings liegen sie in einem anderen Hafen und wollen am Freitag nach Rubicon kommen. Das werden die vier dann entsprechend feiern. Die Papaver nimmt auch an der ARC teil. So werden sie sich bestimmt noch öfter treffen. Nach dem Mittag kommt das Schiff dann endlich wieder ins Wasser. Immer noch ist das ein spannender Augenblick. Fritz und Chris sind sehr zufrieden mit der Arbeit von der Waterline Werft und auch mit dem Preis. Nun haben sie Zeit und Ruhe, um sich Lanzerote anzusehen.
|