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Logbuch vom 7.3.07-15.3.07
Anker auf, um die 4,5sm in die Grand Case Bucht St Martin Seite zu segeln. Dort wollen wir Fritz’ Geburtstag mit Annemarie und Peter von der Onyx feiern. Fritz bekommt von den beiden Grapparosinen (von Annemarie selbst eingelegt, dazu Käse und Rotwein. “Hm, lecker“. Schönes, sauberes, smaragdgrünes Wasser erwartet uns. Erst einmal schwimmen, abkühlen und den Anker abtauchen. Der Anker liegt gut im Sand auf 4m Tiefe. Danach geht’s mit dem Dinghy an Land. Da unsere Boote immer unter das den Steg rutschen, kommt zum ersten Mal der neu erworbene Anker zum Einsatz. Tatsächlich hält er das Dinghy vom Steg fern. Wir finden ein schönes französisches Lokal und essen alle vier Menü. Hummersuppe, danach Mahi Mahi (Dorade, Goldmakrele) mit Süßkartoffeln und Gemüse. Dazu trinken wir einen gut gekühlten Chardonnay. Fritz und Peter essen zum Dessert Windbeutel mit Vanilleeis und Schokoladensauce. Annemarie und ich entscheiden uns für drei verschiedene Mousse. Gut gesättigt, zurück an Bord, genehmigen wir uns erst einmal einen ausgiebigen Verdauungsschlaf. Am Abend feiern wir noch ein bisschen Fritz Geburtstag mit dem obligatorischen Sun Downer. In der Nacht kommt starker Wind auf, aber alle Anker halten. Wir bleiben noch einen Tag.
09.3.07 Unser Hochzeitstag fängt schon gut an. Zwei Eier im Plastikbehälter sind zerbrochen und fest geklebt. Zu Hause wäre das kein Problem. Mit warmem Wasser lösen und dann auswaschen. Aber an Bord sieht das anders aus: Die anderen Eier in ein Handtuch wickeln, auf das Bett legen, damit sie beim Schwell nicht herunter rollen können. Den Eierkarton nach draußen tragen. Auf die Badeplattform steigen und ohne herunter zu fallen auswaschen. Danach mit Süßwasser nachspülen. Inzwischen verbrannte die Butter in der Pfanne und der Rauchmelder fing an zu heulen. Hektisch alles herausgerissen und die Pfanne im Meer gelöscht. Inzwischen war das Brot im Backofen nur noch für Paniermehl zu verwenden und Flocke hatte ins Cockpit „gekackt“, weil wir sie nicht ins Schiff getragen haben. Da sie blind ist, kann sie die Stufen nicht mehr herunter steigen. Als Nächstes holt Fritz den Außenborder an Bord. Dabei reißt der Wind, der mit 7Bf weht, das Sicherungskabel gegen Diebstahl ins Wasser und versinkt im Meer. Fritz muss tauchen und es gelingt ihm, das Kabel zu holen. Glück gehabt! Nun muss er duschen und der Duschkopf fliegt davon. Pech gehabt! Anker auf und nichts wie weg. Zurück nach Marigot, um auszuklarieren. Die Onyx hat einen neuen Außenborder bestellt (der alte war 30 Jahre alt) und wir wollen auch noch ein paar Kleinigkeiten beim Schiffsausrüster besorgen. Wir kaufen noch Fleisch zum Grillen, um dann zurück in die Grand Case Bucht zu segeln und das schöne Wasser in der Bucht mit den traumhaften Sandstränden noch zwei Tage zu genießen. Peter und Annemarie besitzen den sündhaft teuren Magma Gasgrill, auf dem das Fleisch in 15 Minuten gar und nicht trocken ist. Vielleicht leisten wir uns diesen Grill auch, bevor wir die Karibik verlassen. Hier ist er etwas günstiger als zu Hause. Wir können prima schlafen, kein Schwell und gerade soviel Wind, dass die Mücken uns in Ruhe lassen. Die Zeit vergeht mit Schwimmen, lesen und Klönen bei Rum Punsch oder Sekt.
12.03.07 Anker auf, um über türkis bis smaragdgrünem und blauem Wasser nach Anguilla, eine der kleinen und unsere letzte der Leeward Islands, zu motoren. Das Schönste an der Karibik sind für mich die Farben und die Temperatur (25 Grad) des Wassers. Auf Anguilla gibt es keinen Hafen und ankern über Nacht ist nur in Road Bay möglich. Bei der üblichen Prozedur des Einklarierens kaufen Peter und Fritz eine Erlaubnis, um einen Tag in Sandy Islands zu ankern. Eine kleine Insel mit nur einem Restaurant umgeben von Korallenriffs, in denen es gute Schnorchelmöglichkeiten gibt. Alles ist Naturschutzgebiet und wird in den Büchern als sehenswert angegeben. Leider ist am nächsten Morgen der Himmel bewölkt und Peter und Fritz lassen das Cruising Permit auf den nächsten Tag umschreiben. Da es in der Road Bay nichts zum Einkaufen gibt, fahren wir mit dem Taxi in die Hauptstadt Valley. Die Insel hat 12.000 Einwohner und ist total zersiedelt. Überall an der Küste werden Hotels und Appartementanlagen gebaut. Die Hauptstadt besteht aus ein paar weit auseinander liegenden Geschäften für den täglichen Bedarf. Die Shoppingmall besteht aus einem Supermarkt, einer Bank und einer Boutique mit Kleidung vor 20 Jahren. Der Supermarkt ist nicht besonders gut sortiert und hat kein frisches Fleisch. Etwas unschlüssig stehen wir am Straßenrand, da hupt es und unser Taxifahrer fragt, ob wir wieder zurück wollen. Schnell steigen wir ein und er erklärt, dass er noch Kinder von der Schule abholen muss. Zuerst holt er drei Vorschulkinder ab. Ein kleines Mädchen hält mir auf meine Frage “wie alt bist du?” verschämt vier Finger hin. Weiter geht es zur nächsten Schule und drei weiter schwarze Kinder steigen ein. Im Gegensatz zu den französischen Inseln gibt es hier kaum Weiße. Noch ein weiterer Stopp und die nächsten zwei Kinder steigen ein. Plötzlich wendet der Fahrer auf der Straße und ein anderes Taxi hält neben uns. Ein weiteres Mädchen steigt ein. Sie haben alle Schuluniformen in verschiedenen Farben der jeweiligen Schulen an. Sie sehen aus wie aus dem Ei gepellt mit ihren großen dunklen Augen und den hübschen aufwändigen Frisuren. Leider haben wir mal wieder die Kamera vergessen. Der Fahrer bringt die Kinder einzeln nach Hause und wir lernen einen Teil der Insel kennen. Der Slogan der Insel lautet: „Unsere Wellen flüstern und der Luxus ruft“. Wir können nichts von dem Luxus finden. Leider bleibt das Wetter schlecht und es regnet sogar zwischendurch. Deshalb können wir die kleine Insel nicht besuchen. Mit sehr viel Wind und viel Schwell starten wir zur Nachtfahrt zu den British Virgin Islands. Die erste Station wird Gorda Spanish Town sein. Die Onyx segelt doch noch weiter mit uns, worüber wir uns sehr freuen. Da die Ansteuerung von Gorda nicht so einfach ist, wollen wir erst mit Tageslicht ankommen. Nur mit Genua geht es flott voran. Da Wind und Wellen mal wieder nicht aus der gleichen Richtung kommen, ist an Schlaf nicht zu denken. Außerdem regnet es fast die ganze Zeit. Erst gegen 4 Uhr morgens beruhigt sich das Ganze und wir finden etwas Schlaf. Annemarie fragt über Funk, ob Fritz beim Lesen des Wetterberichtes die Sonnenbrille aufgesetzt hat. Denn der Wetterbericht sagte 15-20kn Wind voraus. Es war aber 20-28kn. Meistens haben wir viel mehr Wind als angesagt ist. Also fuhren wir stark gerefft, um nicht zu früh an zu kommen, was aber das Rollen verstärkte. Einziger Lichtblick: Mea geht es prima und Flocke hat ja nie Probleme, egal wie das Wetter ist. Die Inseln kommen in Sicht und sie sind ganz anders als die bisher besuchten. Es sieht aus, als wenn es viele einzelne Inseln sind. Aber es ist eine mit engen Passagen zu durchfahren. Große Granitfelsen mit eingelagerten Sandbuchten. In einer Enge liegt mitten im Fahrwasser ein großer Granitblock. Nur am Brechen der Wellen ist er zu erkennen. Als wir fast neben ihm sind, zeigt er ein bisschen seinen Kopf. Gut, dass es hell ist. Die Hafeneinfahrt ist mit Tonnen gekennzeichnet. Die Onyx hat schon einen Liegeplatz für uns reserviert. Annemarie nimmt unsere Leinen an und um 8.00 Uhr liegen wir fest. Anschließend trinken wir einen Anleger. Fritz und Peter gehen zum Einklarieren und ich ins Bett. Am Abend gehen wir zum Essen in ein Restaurant. Wir essen gut, aber die Mücken verleiden uns den Abend. Trotz Autan sind wir total zerstochen. Der nächste Tag ist mit Putzen, polieren und Wäsche waschen ausgefüllt. Die meiste Wäsche geben wir zur Wäscherei. Nach der letzten schlechten Erfahrung, ein Teil der Wäsche ist mit Chlor versaut, wasche ich die besseren Sachen selbst. Da der Supermarkt nah ist, holt Peter zum Rum Punsch Eis und wir lassen es uns schmecken. Den Mücken müssen wir auch geschmeckt haben, denn wir haben noch mehr Mückenstiche als vorher. Im Hafen fliegen die Pelikane und stürzen aus der Höhe direkt neben den Schiffen ins Wasser, um zu fischen. Nachdem wir uns an das Geräusch gewöhnt haben, ist es schön, sie zu beobachten. Fritz hat mal wieder Pech gehabt. Erst ist er auf der Badeleiter ausgerutscht und hat ein Loch an der Hüfte und eine starke Prellung. Dann hat er beim Duschen seine Uhr im Gemeinschaftsraum liegen lassen. Sie hat nun einen neuen Besitzer. Ganz schön ärgerlich, da er die Uhr erst auf Lanzarote gekauft hat. Fritz hat eine neue Uhr für 40 Euro gekauft, welche er beim Duschen nicht abzulegen braucht. Morgen verlassen wir den Hafen, um in der nächsten Bucht vor Anker zu gehen.
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