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26.05.06-28.05.06: Ursprünglich war die Abfahrt für 3.00 Uhr in der Nacht geplant - sie fällt aber dem Wind aus West 6 Beaufort zum Opfer. Also konnten Fritz und Chris sich noch einmal umdrehen und bis zum nächsten Morgen weiter schlafen. Dann haben sie noch einmal eingekauft, bevor sie um 12.15 Uhr ausgelaufen sind. Beim Segel setzen bleibt Chris dann mit dem Handauslöser an der Rettungsweste hängen - die Weste pumpte sich auf und sie steckte wie ein Korken im Niedergang. Sicherlich ein lustiger Anblick :-) Gut, dass sie insgesamt vier Westen mit an Bord haben.
Als Nächstes fängt Mea an zu würgen. Gut, dass Cocculine ihr so gut hilft - nach ein paar Kügelchen geht es ihr schon wieder besser. Allerdings hat die Temptation ziemlich Seegang und es geht ganz schön wild zu. Chris und Fritz sind ziemlich aufgeregt, wie die erste Nachtfahrt wohl wird. Nach kurzer Zeit holen die beiden die Segel wieder ein. Der Wind kommt genau von vorn. Um 18.00 Uhr beginnen die beiden abwechselnd mit der Wache. Als erstes ist Chris an der Reihe - und es fängt prompt an zu regnen....Und dann fällt plötzlich der Autopilot aus. “Das kann ja heiter werden: steuern und Segel setzen bei starkem Strom und 1,5 m Welle”. Dank der lieben Schweden, die für die beiden den Lotsen spielen, fällt es ihnen dann doch leicht, über Nacht zu segeln bzw. zu motoren. Der Wind geht auf Nord Ost und schläft ein; es regnet bei 12 Grad. Herrlich.
Fritz guckt zwischendurch mal nach dem Diesel - oh Schreck, hoffentlich ist genügend da, um bis Borkum zu kommen. Harkan beruhigt ihn aber: ”Im Notfall bekommt ihr einen Kanister von uns“. Der Motor läuft prima. Die Reparatur hat sich gelohnt. Bei jedem Wachwechsel (alle zwei Stunden) wird das nasse Ölzeug und die Gummistiefel in das Bad zum Abtropfen gebracht. Scheußlich ist es, in die nassen und kalten Sachen zu steigen. Ansonsten klappt die Nachtfahrt aber prima. Die Tonnen und anderen Schiffe sind gut zu erkennen und dank des Kartenplotters können die beiden genau sehen, wie sie steuern müssen. Fritz übt mit dem Radar. Als sie durch eine Reede (Schiffsparkplatz auf See) fahren, kommt er aufgeregt ins Cockpit gestürmt. “Was ist hier bloß los? Hier sind so viele Schiffe!” Beruhigt geht er wieder in das warme Schiff zurück, als Chris ihn über die Reede aufklärt. Um 7.30 Uhr läuft die Temptation in Borkum ein. Überlebt!
Nach dem Anlegen laden Gerd und Harkan die beiden auf die Gim ein, um einen Anleger zu trinken. Mit Jägermeister und Bier feiern sie die erste Nachtfahrt und danken den neuen Freunden, die ihnen so sehr dabei geholfen haben. Dann geht es aber erst einmal ins Bett, um sich von den Strapazen wieder zu erholen....
27.05.06
Natürlich war der nächste Törn wieder unter Maschine - dieser Sommer kennt entweder Sturm oder mal für maximal 24 Stunden Flaute...
Scheinbar geht es weiter so – der Wetterbericht zeigt wieder das bekannte Muster:
DT. BUCHT (54.7N 5.7E) WT: 10 C MO 29. 00Z: W 5 / 2 M // nur in der Nacht etwas besser! MO 29. 12Z: NW 5-6 / 6-7 2 M // DI 30. 00Z: NW 6 / 7-8 3 M // DI 30. 12Z: NW 6-7 / 7-8 3 M // MI 31. 00Z: NW 5-6 / 7 2.5 M // MI 31. 12Z: NW-N 6-7 / 8-9 3 M // DO 01. 00Z: NW 7 / 8-9 3.5 M // DO 01. 12Z: NW 6 / 8 3 M //
Fritz bittet alle Familienmitglieder und Freunde, kräftig die Daumen zu drücken, damit die Wettervorhersage mal nicht stimmt - leider scheinen sich die Irrtümer aber mehr auf gute Wettervorhersagen zu beziehen.
Der liebe Wolle schickt täglich eine SMS mit dem Wetter für das jeweiliges Gebiet, in dem sich Fritz und Chris gerade befinden.
Bei diesem Wetter bleibt einige Zeit, um Borkum zu erkunden. Bei einer kleinen Wanderung (18 km) haben sich die beiden die schöne Natur auf Borkum angesehen. Am nächsten Tag sind sie nach Delfzijl gefahren, um die Binnen Stande Mastroute zu nehmen. Bei leichtem Rückenwind und Sonne ging es zunächst ganz gut, doch plötzlich fing es an zu brodeln - und ein kleiner Tornado mit Trichter bis in die Wolken zog gerade einmal zwei Meilen an den beiden vorbei. Gerade, als die beiden alles, was nicht fest mit dem Schiff verbunden war, bergen wollten, brach er zusammen. Noch einmal Glück gehabt!
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