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Törnbericht

13.05.06:  Um 6.00 Uhr haben Fritz und Chris  abgelegt. Allerdings ist kein Segeln möglich - sie sind ohne Wind unterwegs; das Wasser ist spiegelglatt. Mea wird seekrank und bricht. Ungewöhnlich. Motorend fahren sie bis Kiel - sie freuen sich schon aufs Internet und neue Nachrichten im Gästebuch. Mit Wireless Lan können die beiden allerdings keien Erfahrung machen, da sie Norten Anti Virus abschalten müssen - ist ist ihnen nicht geheuer. Ein netter Hafenmeister lässt sie mit dem USB Stick in seinen Computer. Da Karstens ein Mailprogramm installiert hat, können Mail und Bilder abgeholt werden. Mit dabei ist ein Ultraschall von Biancas und Karstens Tochter - das Gesicht ist zu erkennen und Fritz und Chris freuen sich auf das neue Enkelkind.

14.05.06: Heute ging es mit einem großen Containerschiff in die Schleuse. Beim Ausfahren passiert’s : Fritz wirft die Achterleine los, weil der Wind von vorn kommt. Aber das Schraubenwasser des Containerschiffes dreht die Temptation mit dem Bug auf die Anlegeseite der Schleuse. Christiane hängt am Bugkorb mit den Beinen im Wasser. Wahrscheinlich ein lustiger Anblick - für die anderen. Fritz dreht die Temptation  und Christiane kann mit den Leinen an Bord. Außer einem großen Schreck ist zum Glück nichts passiert. Danach wird 10 Stunden auf dem NOK bis zum Yachthafen motort. In Brunsbüttel gönnen sie sich ein gutes Abendessen im Restaurant und anschließend noch Expresso und Eis beim Italiener - als Abschluss eines aufregenden Tages.

15.05.06 Fritz ruft die Schleuse in Brunsbüttel an, um zu erfragen wann endlich geschleust werden kann. Keine Antwort. Er versucht es noch einmal. Dann endlich meldet sich eine barsche Stimme auf dem Anrufkanal: “Brunsbüttel Schleuse gibt es nicht. Hier ist Kiel Kanal 1. Das muss doch aus Ihren Unterlagen hervorgehen”. Auf die Frage, wann die beste Zeit zum Schleusen wäre, kam die Antwort: “Das müssen Sie als hochqualifizierter Skipper doch wohl wissen.” Danke für diese Antwort.

Danach hatten die beiden erst einmal Bauchschmerzen. Allerdings erging es anderen ähnlich - im Laufe des Vormittages erfuhren die beiden dann, dass es anderen Sportbooten nicht anders erging. Gegen 13.30 Uhr rief Fritz die Schleuse korrekt mit Kiel Kanal 1 und siehe da - endlich einmal eine freundliche Antwort. “In 5 Minuten kommt ein Containerschiff und dann können Sie mit schleusen.” Schnell wurde das Boot klar gemacht und in Warteposition gebracht. Vor der Temptation fährt ein anderer Segler in die Schleuse, an dem Containerschiff vorbei. Die Temptation fährt hinterher. An der Seite sind nur 30cm Platz. Durch das Schraubenwasser wird das Booet auf den Anleger gedrückt; die Fender rutschen hoch. Christiane versucht, das Schiff seitlich abzuhalten. Dem andern Segler geht es nicht anders. Er hilft ihr, das Boot fest zu machen. Ein breiteres Schiff kommt ebenfalls in die Schleuse - und bleibt stecken wie ein Korken. Die 6 Männer an Bord versuchen mit Fendern, das Schiff abzuhalten. Chris und Fritz stellen fest: Das ist Schikane. Sie atmen auf, als sie aus der Schleuse raus sind - ab in die Elbe. Am Tonnenstrich entlang motoren die beiden nach Cuxhaven. Die dicken Pötte machen große
Wellen. Mea geht es - dank Cocculine - gut. Interessant zu sehen, bevor der Strom kentert  fährt man über Grund nur halb so schnell wie durch das Wasser. Danach doppelt so schnell.

Dank Fritz Planung erfolgte die Ankunft in Cuxhaven nicht mit 4,5, sondern mit 1 Knoten Strom.Nach dem Festmachen stellten die beiden fest. dass außer ihnen noch mehr Fahrtensegler im Hafen sind. Ein Schwede will ins Mittelmeer. Hier ist der Hauptsitz von Transocean. Es tummeln sich u.a. Norweger, Niederländer und Engländer.

Christiane in der Schleuse.

in der schleuse
Warten auf den Sturm
Cuxhafen - Resturant
Cuxhafen
Alter Windjammer vor der Schleuse

16.05.05: Nach dem Frühstück will die Telekom die Funkanlage und die Funklizenz überprüfen. Da Fritz und Christiane gerade ein neues Antennenkabel bekommen haben, ist es ihnen sehr recht. Alles ist in Ordnung. Nach einem Liegeplatzwechsel (der Liegeplatzinhaber kam zurück) ging es in die Stadt - einkaufen und dann ab ins Internetcafé, um wieder einen Blick auf die Homepage zu werfen. Die Positionsanzeige funktioniert - schön! Nachmittags kommen Monika und Detlef, die Vorbesitzer von Temptation und gute Freunde. Wie immer
verwöhnen sie die beiden Weltenbummler mit Äpfeln aus eigenem Anbau. Außerdem hat Moni 
eine Torte gebacken. Zum Abendbrot brachten sie auch noch frischen Spargel und Schinken - Verwöhnprogramm pur! Sie gaben den beiden  noch wertvolle Tips für Helgoland mit auf den
Weg. Bis es soweit ist, dauert es allerdings noch - der Wetterbericht für die nächsten Tage wird sie noch in Cuxhaven festhalten.

Fritz mit Topclimer im Mast

Christiane mit Detlef und Monika.

Fritz mit Topclimer im Mast...

Detlef und Monika zu Besuch in CuxHAFEN

Mail von Fritz, 19.05.06:

“Hallo liebe Freunde,
draußen heult der Sturm, die Wanten pfeifen und Regenschauer prasseln auf das Deck.
Aber unter Deck surrt leise die Gasheizung und spendet angenehme Wärme (19 Grad). Ich habe Lust, Euch zu schreiben und hoffe, dies wird mich von meinen etwas trüben Gedanken ablenken? Mir fehlt immer noch etwas der nötige Langmut und wenn wir so wie jetzt  festhängen, bekomme ich einen leichten Druck im Magen.

Dabei hatten wir zunächst einen so prima Start und sind in 3 Tagen von Heiligenhafen bis Cuxhaven gekommen!! Hier liegen wir nun seit Dienstag, den 16.5. wegen des Starkwindes und des Sturms fest und wann es weitergeht, steht in den Sternen. Laut Wetterbericht folgt bis Dienstag im 24-Stundentakt ein Tief nach dem anderen. Eventuell finden wir am Montag eine Lücke und dann geht es weiter in die Wesermündung nach Hooksiel. Hooksiel ist ein paar Meilen nördlich von Wilhelmshafen.

Helgoland ist damit gestrichen!

Einziger Trost: Cuxhaven ist ein sehr internationaler Hafen und mit uns warten noch einige andere darauf, dass es weiter nach Westen gehen kann. Ein schwedisches Ehepaar, welches wir schon im NO-Kanal getroffen haben, will weiter bis in Mittelmeer. Sie helfen uns, dass ganze mit dem Wetter leichter zu nehmen.

Mit den E-Mails funktioniert es auch nicht so wie gehofft, da die meisten Internetcafés entweder nicht die richtige Software (altes Windows) haben oder der Firewall lässt unser Mailprogramm nicht zu! Also nutzen wir oft wieder Chris alte GMX Adresse.

Es ist sehr schön für uns zu sehen, dass doch einige mit Interesse unseren Törn verfolgen.

Karsten und Bianca machen als Webmaster aber auch einen ganz tollen Job!!!”

Cuxhafen2
Webcam Cuxhafen

Fritz und Christiane auf dem Marktplatz von Cuxhaven - aufgenommen von der Webcam - live am Telefon: BABSI :-).