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Biskaya-Überquerung: Ein Wal und viele Delphine begleiten die Temptation – Bericht und Fotos lassen sicher nicht nur den Webmaster neidisch werden!!!
23.06.06-30.06.06: Die Temptation legt um 8.00 Uhr ab in Richtung Brest. Ein langer Schlag liegt vor ihnen. Da leichter Ostwind herrscht, müssen sie zunächst motoren. Sie haben einen herrlicher Blick auf Guernsey. Da der Englische Kanal oft mit großen Algenteppichen belegt ist, versuchen sie (nach den schlechten Erfahrungen mit den Algen), ihnen auszuweichen. Aber gegen Mitternacht passiert es dann doch – natürlich bei der Wache von Chris. Leider ist sie nicht auf die Idee gekommen, durch Vorwärts- und Rückwärtsfahren zu versuchen, das Zeug wieder los zu werden… Die Temptation verliert 1kn an Geschwindigkeit. Fritz kontrolliert beim Wachwechsel den Dieselverbrauch und macht sich Sorgen, ob der Diesel reichen wird. Da die beiden die Enge vor Brest mit Beginn der Ebbe erreichen wollen, um nicht gegen die Strömung an zu müssen, ist es wichtig, diesen Punkt um 7.00 Uhr morgens zu erreichen. Zum Glück geht Fritz’ Plan auf: nach 105 sm erreichen sie auf 5 Minuten genau den Punkt. Die letzen 5sm bekommen die beiden sogar noch Wind und können segeln. Beeindruckend ist besonders die Steilküste, an der sie vorbei kommen (siehe Bilder).
Am 24.06.06 um 12.00 legen sie in Camaret sur mer an. Die erste Etappe, der Ärmelkanal, liegt hinter ihnen. Im Hafen werden sie die Algen, die die Temptation gebremst haben, los. Sie bleiben drei Tage und erkunden die schöne Umgebung. Die Steilküste bietet tolle Ausblicke auf Felsen, Sandbuchten und Inseln im Wasser. Der Ort selbst besteht aus einer „ Fressmeile“ und einem gut bestückten Supermarkt. Zum ersten Mal kommt die Einkaufskarre zum Einsatz, um für die Biskaya-Überquerung einen Großeinkauf zu starten. Mit jeweils einem Rucksack und der Karre sind die beiden dann schwer bepackt eine halbe Stunde lang zu Fuß unterwegs zurück zum Schiff. Dann wurde alles verstaut und die Temptation auf Hochglanz gebracht. Durch das Salzwasser hatte sich Flugrost an den Edelstahlteilen gebildet - es war fast wie Silber putzen. Dann hat Christiane die Gardinen im Schiff mit einem anderen Stoff gegen die Sonne gefüttert. Mit der Hand dauerte das ganz schön lange... Da es im Gezeitengewässer schwierig ist zu tanken, holen die beiden dann den Diesel in Kanistern. Auch die Reserve-Kanister wurden aufgefüllt. Am letzten Tag packte Fritz die Nottasche für die Biskaya-Überquerung und wurde dann doch zusehends nervös Schnell ging er noch mal zur Gim, um die Route und den Wetterbericht zu besprechen Der Wetterbericht über Kurzwelle war mal wieder nicht zu empfangen. Gut, dass die Wetterberichte per SMS von Biggi und Wolle so zuverlässig kommen. Danke noch mal dafür!
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27.06.06. Um 7.00 Uhr geht es los. Es liegen 340 Seemeilen vor den beiden. Die arme Mea wird wieder seekrank. Kein Wunder – die Temptation passiert so genannte Tide Ripes (wenn die Tidenströmung zusammen mit der Atlantikdünung auf Flachwasserstellen trifft). Das Schiff stampft und tanzt im Wasser; es rappelt und rumpelt. Danach war es jedoch ein wunderschönes Segeln bei tollem Wetter. Mea erholt sich zum Glück auch wieder und liegt entspannt im Salon. Fritz und Chris bringen die Schleppangel aus – allerdings ohne Erfolg. In der Nacht schwimmen die ersten Delphine (siehe Fotos!!!) um das Schiff herum. Dann schläft der Wind ein und sie motoren weiter.
28.06.06 Die Sonne geht auf und es gibt einige wenige Wellen. Die beiden können an Deck ganz in Ruhe frühstücken. Danach wechseln sie die kleine gegen die große Genua, um vielleicht doch noch etwas segeln zu können. Aber der Wind kam nicht. Dafür haben viele Delphine den beiden ihre Zeit vertrieben. Dann befüllen sie die Solardusche (einen schwarzen Plastiksack) mit Wasser und legen ihn an Deck in die Sonne. Am Nachmittag hängen sie den Sack an den Baum, duschen im Cockpit und fühlen sich wie neugeboren. Sogar am Abend können sie an Deck den Tisch aufbauen. Es gibt Spaghetti mit Tomatensalat und Wasser. Ein Glas Rotwein hätten sie da schon ganz gerne gehabt…ABER: die Regel, kein Alkohol während der Fahrt zu trinken, wird strikt eingehalten (dafür gibt es ja an Land genug, oder?). In der Dämmerung sieht Fritz einen großen Wal, nur ca. 500m vom Schiff entfernt. Die Atemfontäne war mehrmals zu sehen, bis der Wal verschwunden war. Eine ruhige Nacht folgte.
29.06.06. Der Morgen bringt etwas Regen und endlich auch Wind, so dass Fritz und Chris wieder segeln können. Ein Wolkenstreifen liegt direkt über ihnen. Gegen Mittag vertreibt die Sonne dann die Wolken und den Wind. Wieder kommen die Delphine und tauchen und springen um die Temptation. Auch sonst ist alles ruhig. Fritz und Chris lesen und dösen an Deck in der Sonne. Zum ersten Mal hat Christiane die Muße, ein bisschen zu sticheln und näht ein paar Quadrate. Die Nacht war wieder ruhig.
30.06.06. Auch am nächsten Tag ist alles ruhig, doch am Abend kommt der Wind. Allerdings dürfen die beiden nicht zu schnell sein, damit sie die Ansteuerung von la Coruna wegen der Tide nicht zu früh erreichen. Außerdem wollten sie nicht im Dunklen in den Hafen einlaufen. Also wurde das Segel verkleinert. Trotzdem waren sie schnell - irgendwie zog eine Strömung die Temptation. Trotz Segel in der Größe eines Taschentuchs waren sie noch zu schnell. Zudem waren viele Fischer unterwegs und sie mussten gut Ausschau halten. Kurz vor dem Anlegen kam dicker Seenebel auf; zum Glück im Hafen selber aber nicht . Bei Tageslicht erreichten die beiden dann den Hafen wie geplant. Ein freundlicher Hafenmeister wies sie ein und nahm sogar die Festmacherleinen an. Harkan und Gerda kamen an Bord, um mit ihnen auf die Biskaya-Überquerung anzustoßen. Sie sagten: “Nun seid ihr richtige Blauwasser-Segler.“ Glücklich und zufrieden legten sich die beiden zum Schlafen. Um 13.00 Uhr gingen sie dann duschen und schnell in die Stadt zum Mittagessen. Dort waren alle Leute nett und freundlich. Da Fritz und Chris kein Spanisch sprechen, versuchen sie es mit Englisch. Leider sprechen nicht viele Leute Englisch; trotzdem klappt die Verständigung. Gut gegessen nehmen die beiden noch einen kleinen Eindruck der Stadt auf und gehen dann zurück zum Schiff. Sie wollen Deutschland – Argentinien im Fernsehen mit den schwedischen Freunden anschauen (nichts für schwache Nerven).
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