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05.06.06: Um 8.00 Uhr haben Chris und Fritz in Ostende angelegt. Die zweite Nachtfahrt war angenehm und dieses Mal sind die beiden vor ihren Freunden gefahren. Allerdings sind sie weiterhin nur wenig gesegelt, dafür aber viel motort. Nach der Ankunft wollten die vier gemütlich ein einem Café frühstücken. Sie bestellen auch fröhlich Baguette und italienischen Kaffee - dann die Überraschung: der Kaffee kostete 5 Euro! Sie bekommen dann jeder ein Glas halb Amaretto, halb Kaffe mit dicker Sahnehaube - das wird Kopfschmerzen geben. Erst der Anleger (Bier und Genever) und jetzt dieser Kaffee. Etwas beduselt gehen die vier zurück zum Schiff und schlafen erst einmal eine Runde. Ostende ist schon ziemlich französisch. Es gibt viele Restaurants und überall Fisch und Früchte des Meeres, Käse, Wein, Pralinen und die schönen feinen kleinen Torten zu kaufen.

07.06.06: Die beiden Schiffe verlassen Ostende um 12.30 Uhr und haben den ersten schönen Segeltag. Um 18.30 legten sie in Dunkerque an. Gerd und Harkan von der Gim haben zwei Makrelen geangelt. Sie zeigen Chris und Fritz, wie die Fische filetiert werden - sie können noch viel von den beiden lernen.

08.06.06: Der nächste schöne Segeltag. Die Ansteuerung von Calais war allerdings etwas kniffelig, da viel Verkehr durch die Fähren Calais-Dover herrscht. Vor der Einfahrt mussten die beiden warten, um dann für 3 Stunden an Bojen fest zu machen. Sie waren aber nicht allein - jede Menge anderer Schiffe warten mit ihnen. Überall schwammen Platten mit Algen herum. Um 21.45 Uhr ging die Brücke auf. Fritz startete den Motor und Chris holte die Festmacherleine ein. Und dann passierte es: Der Motor ging aus und sie trieben. Panik! Schnell setzten sie die Genua und segelten zur nächsten Boje. Dort versuchten sie, den Motor zu starten, aber es kam kaum noch Kühlwasser. Chris angelt mit dem Bootsharken eine Menge Algen unter der Temptation hervor. Ein neuer Versuch, doch nichts passiert. Fritz taucht und findet noch mehr Algen.
Die Brücke ist mittlerweile schon lange wieder geschlossen. Harkan von der GIM steht auf der Brücke mit dem Handfunkgerät. Er kommt mit dem Beiboot zur Temptation, um den beiden zu helfen. Der Motor läuft nur langsam vorwärts und rückwärts, um die Algen los zu werden. Dann wurde der Schlauch vom Ablauf als Wassereinlass an den Motor angeschlossen. Zum Glück klappt es dann auch. Bei der nächsten Brückenöffnung um 22.30 Uhr kam die Temptation dann langsam in den Hafen getuckert.

09.06.06: Nach dieser Aktion sind die beiden völlig fertig und wachen am nächsten Morgen sehr spät auf. Sie starten schnell den Motor, aber nach fünf Minuten ist kein Kühlwasser mehr da. Harkan ist von Beruf Motorspezialist bei Volvo und nimmt die Sache in die Hand - wie gut, dass die beiden immer in der Nähe sind! Chris taucht im Hafenbecken, um den Saildrive von den Algen zu befreien. Nach dem 8. Mal geht ihr dann langsam die Puste aus - gar nicht so einfach, mit der Zange die Algen aus den 6 Löchern mit 0,5 cm Durchmesser zu ziehen...Dann ein neuer Startversuch -  leider vergeblich. Jetzt muss alles um den Motor herum ausgebaut werden, da die Verstopfung  innen liegen muss. Sie versuchen, mit einem Blasebalg alles nach außen zu drücken. Dann wird der Wasserschlauch angeschlossen. Stundenlang, immer wieder. Das Wasser läuft zwar, aber nach ein paar Minuten ist leider wieder Schluss. Schließlich geht Fritz zum Hafenmeister, um einen Mechaniker zu holen; der soll erst am nächsten Tag nachmittags kommen. Ein Engländer legt bei Fritz und Chris an und gibt ihnen den Tipp, es mit Chlor zu versuchen. Schnell fuhren die beiden also in die Stadt und besorgten Chlorreiniger und eine Spirale, um Verstopfungen an Waschbecken zu beseitigen. Leider ist diese aber zu dick. Auf einmal hat Harkan eine Idee: sie sollen einmal Angeldraht, um Raubfische zu angeln, probieren. Schnell wurde an der Spitze ein kleiner Harken gebogen und tatsächlich - es klappt. Er holt einen zusammengeballten Pfropf aus Algen mit ca. 1cm Durchmesser heraus. Fritz startet den Motor und das Kühlwasser läuft und läuft und……Nach 7 Stunden ist der Motor wieder einsatzfähig.

10.6.06: Nach dem Frühstück starteten die beiden den Motor. Er läuft und das Kühlwasser auch. Welch schönes Geräusch....Fritz bestellt den Mechaniker ab. Nun können die beiden Calais in Ruhe anschauen. Eine geschichtsträchtige Stadt mit einem Leuchtturm, der 271 Stufen hat. Chris erinnerte sich an eine Englischunterrichtsstunde: Die Geschichte der 6 Bürger von Calais, welche sich opfern wollten, um die Bewohner ihrer Stadt zu retten. Überall sind die Relikte des 2. Weltkrieges zu sehen (diese waren für Chris allerdings bedrückend). Hier ein paar Eindrücke der beiden von Calais:

Calais1
Calais2
Chris auf dem Leuchturm von Calais ( 271 Stufen)
TemptationCalais