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11.07. - 12.07.06: Zwei ereignisreiche Tage liegen hinter Fritz und Chris: Da das Wetter sehr schön, aber zum Segeln zu windig war (bis 8 Beaufort; am Schiff gemessener Wind 36 kn =67 km/h), wandern die beiden mal wieder los. Ohne Karte (Fritz - ohne Karte unterwegs?? Unvorstellbar!) geht es los. Der Berg hinter ihnen ist laut Atlas 695m hoch. Erst gehen sie über eine Straße durch kleine Orte. Dann wechselt der Weg von Asphalt auf Schotter. Es gibt keine Beschilderung. Vor den beiden liegt der Berg und sie entschließen sich, den Weg zu verlassen und auf Tierpfaden weiterzugehen. Unterwegs will Christiane gerne Babsi anrufen. Doch die beiden haben gar kein Handy dabei. Seltsam. Und war da nicht heute morgen ein leises Klicken, als Fritz von Bord stieg? “Ach nein”, beruhigen sie sich selber, “wir haben es sicher auf dem Tisch liegen lassen.”

Unterwegs geht es manchmal nicht mehr weiter, weil das Gestrüpp so dornig ist und den beiden die Beine zerkratzt. Also gehen sie wieder zurück. Gegen Mittag sieht Fritz eine Brandschutzschneise, die nach oben führt. Sie wird immer steiler und da die beiden statt Wanderschuhen nur Joggingschuhe tragen, lassen Sand und Geröll sie öfter rutschen. Nicht wirklich angenehm. Aber sie nähern sich dem Gipfel. Außer ein paar Pferden begegnen sie niemanden .Den Gipfel können sie dann leider nicht erreichen, weil Dornengestrüpp den Weg versperrt; aber nur ca. 30m fehlen. Sie rasten an einer windigen Stelle, um nicht von Stechfliegen aufgefressen zu werden. Danach versuchen sie einen neuen Weg nach unten zu finden, um nicht wieder die Brandschutzschneise absteigen zu müssen. Sie laufen eine halbe Stunde in eine Richtung, um dann festzustellen, dass sie so zu einem anderen Berg kommen. Da es keinen Weg nach unten gibt, kehren die beiden also um und nehmen doch die Brandschutzschneise. Diese ist mit Stacheldraht abgeteilt. Daneben befindet sich eine mit Gras bewachsene Zone, die ihnen mehr Halt gibt. Die Füße schmerzen und brennen schon ganz schön. Plötzlich geht es nicht mehr weiter und sie müssen durch den Stacheldraht klettern. Auch das noch...

Aber es geht noch weiter: Auf einmal stellt Christiane fest, dass Fritz keine Kamera mehr hat. Oh je - Fritz muss wieder zurück. “Hoffentlich findet er sie”, denkt Chris. Sie wartet derweil unten im Schatten. Zum Glück ist Fritz erfolgreich. Schwitzend geht es weiter. Sie treffen wieder auf einen Weg und folgen ihm eine Zeitlang, bis er die Richtung ändert. Wieder kehren die beiden um und gehen in die andere Richtung. Es geht steil bergab und unten sehen sie einen Ort und den Hafen. Nach sechs Stunden erreichen sie dann endlich die Temptation. Nur - das bereits vermisste Handy ist nicht an Bord. Die Wassertiefe beträgt im Hafen 10m - zuviel, um zu tauchen. Fritz fragt nach einem professionellem Taucher. Der ist zu teuer; ca. 250 Euro. Christianes Handy ist leer. Es reicht gerade noch, um Biggi zu informieren. Gut, dass es Internet gibt! Fritz schreibt eine verzweifelte mail an T-Mobile: ”Hilfe, ich habe mein Handy versenkt”. Zudem informiert er Karsten. Bianca telefoniert mit T-Mobile und leitet die “Rettung” in die Wege. Die alte Karte wird gesperrt und eine neue SIM-Karte wird nach Geltendorf geschickt. Diese wird dann zusammen mit einem alten Handy von Karsten nach Bayona geschickt. Auch ein noch fehlendes Ladegerät kauft Karsten noch schnell. Fritz und Chris haben Glück, dass die Frau an der Rezeption im Hafen gut Englisch spricht, so rufen sie in Bayona an und erklären die Situation.

Am nächste Morgen leihen sich Chris und Fritz die Fahrräder von Harkan und Gerda und strampeln 8 km nach Noia, um eine spanische  Prepaid-Karte für Chris Handy
zu kaufen. Die Fahrt ist anstrengend, es geht bergauf und bergab bei starkem Wind. Noia ist eine schöne alte Stadt mit kleinen Gassen und Plätzen Die beiden haben Glück und finden einen Telefonshop. Obwohl sie mit der Verkäuferin nicht sprechen können (diese spricht kein Englisch und Fritz und Chris kein Spanisch), bekommen sie eine Karte und sind wieder telefonisch zu erreichen. Die Welt ist wieder in Ordnung! Sie schauen sich noch ein bisschen im Ort um, trinken Kaffee und strampeln dann gemütlich mit Rückenwind wieder zurück. Das ging viel besser.

Dann versuchen sie, die Telefonnummern wieder zu bekommen. Norbert hilft ihnen, indem er das Telefon zu Hause in Korschenbroich nach der Nummer von Fritz Mama
durchsucht. Er findet sie und Fritz kann seiner Mutter zum Geburtstag gratulieren.

Es ist immer noch windig. Fritz und Chris hoffen, am Freitag oder Samstag weiter zu kommen.

Chris hat gute Laune02

Chris hat gute Laune

In der Altstadt von Noia

In der Altstadt von Noia

Rast kurz vor dem Gipfel

Rast kurz vor dem Gipfel

Blick vom Gebirge zum Rias- Ausgang

Blick vom Gebirge zum Rias- Ausgang

Blick auf Portosin

Blick auf Portosin