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Nachdem Bianca auch weiterhin mit unserer Tochter ausreichend beschäftigt ist, habe ich dass Logbuch von Chris und Fritz noch einmal “unüberarbeitet” eingestellt...

28.07.06 - Juchhu Lilly-Marie ist geboren. Gegen 22.30 Uhr kommt der Anruf vom glücklichen und stolzen Vater. Nun können wir beruhigt schlafen. Um 7.00 Uhr klingelt das Telefon. Karsten erzählt uns , dass er uns ein Bild von Mutter und Tochter geschickt hat. Wir beschließen noch einen Tag in Figueira da Foz zu bleiben um das Bild von Lily im Internetcafe herunterzuladen und mit Harkan und Gerda die Geburt von Lilly zu feiern.

30.07.06 - Um 8.00 Uhr geht’s los. Außerhalb des Hafen Seenebel. Das Nebelhorn warnt ununterbrochen. Dazu die vielen Reusen. Wir halten gut Ausschau. Gegen 10.00 Uhr verschwindet der Nebel .Die Sonne scheint auf das blaue Wasser und die 2-3m hohen langgezogenen Wellen erzeugen bei Fritz Unwohlsein. Mea liegt unter der Sprayhood und hat Angst. Für Flocke und mich kein Problem. Es ist wie Achterbahn fahren . Die GIM die seitlich von uns fährt (segeln mal wieder unmöglich zu wenig Wind - Wellen 2-3m) verschwindet manchmal bis auf die Mastspitze im Wellental. Wir sind froh ,dass es nur eine kurze Etappe bis in den Hafen von Nazare ist. Vor der Hafeneinfahrt können wir sehen und hören wie die Atlantikwellen sich brechen .Sobald wir die Hafeneinfahrt passiert haben ist das Wasser ruhig. Der Hafen ist voll und wir legen bei der GIM seitlich an einem Kopfsteiger an. Das geht nicht erklärt der Hafenmeister. Die Ketten sind zu dünn und verrostet und halten das nicht aus. Nach langem hin und her findet er noch einen Platz für uns in einer Box . Es ist ein eigentümlicher Hafen etwas marode mit vielen Fischern und einer Fischauktionshalle. Mehrere große Hallen stehen leer. In der Nacht wissen wir was der Hafenmeister meint. Die Fischer fahren so schnell in den Hafen das der Schwell die Schiffe an den Stegen rucken und zerren lässt.

31.07.06 - Nazare ist ein schöner alter Ort mit Ober- und Unterstadt. Vielen Gassen und Winkeln und Plätze. Überall stehen traditionell in schwarz gekleidete Frauen und halten Schilder mit Zimmer frei in der Hand. Ein starker Kontrast zwischen modern und alt ist überall zu sehen. Da außerhalb des Ortskerns viele Neubauten, Hotels und Appartments gebaut wurden ist die Stadt voll mit Touristen. Ein toller breiter Sandstrand lädt zum Baden ein. Aber rote Flagge baden verboten. Es ist schon eigenartig: “Entweder ist das Wasser zu kalt oder zu gefährlich.“ Wir fahren mit einer Zahnradbahn zur Oberstadt. Dort erwartet uns ein atemberaubende Aussicht auf das Meer und die Unterstadt .Eine schöne Kirche aus der Barockzeit bei der wir hinter den Altar von einer Empore in die Kirche schauen können besichtigen wir auch noch.

01.08.06 - Wir sitzen hier fest. Nebel und hohe Wellen erlauben uns nicht weiter zu segeln. Egal- das Leben auf dem Schiff wird weiter gelernt . Putzen waschen aufräumen wie zu Hause (gut das alles nicht so groß ist). Dann shoppen wir noch. Wir finden einen kostenlosen Internetplatz und können Lilly Marie auf den Fotos bewundern. Ein bisschen traurig sind ,dass wir sie nicht besuchen können. Wir haben Zeit und ich möchte einen neuen Bikini kaufen und das dauert. Fritz geht derweil einen Espresso trinken. Endlich einer passt. Da spielt der Preis schon keine Rolle mehr. Die Rucksäcke noch mit Lebensmittel vollgepackt zurück zur Temptation. Eine gute halbe Stunde ist der Hafen entfernt. Ganz schön weit bei Hitze und 20kg auf dem Rücken

02.08.06 - Ölwechsel wird heute von Fritz gemacht. Bei den vielen Motorstunden ist er schon in Übung (alle 100 Stunden ) und macht sich nicht mehr so schmutzig. Im Hafen wird gearbeitet. Es werden neue Ketten an den Stegen befestigt. Ein beruhigendes Gefühl. Nachmittags legt ein Engländer, welchen wir schon ein paar Mal getroffen haben an. Fritz lädt ihn und Harkan und Gerd zum Drink auf die Temptation ein. Ein netter Nachmittag. Es ist immer spannend mit anderen Seglern zu klönen.

03.08.06 - Immer noch nicht weiter. Da es nicht überall Waschmaschinen gibt nutzen wir die Zeit um unsere Bettwäsche zu waschen. Dabei holen wir alle Polster aus dem Vorschiff und Fritz prüft ob alles dicht ist. Es ist alles in Ordnung . Die Temptation ist schön trocken.

04.08.06 - Endlich geht es weiter. Immer noch kein Wind aber hohe Wellen. Wieder Achterbahn fahren. Der Wind kommt eine halbe Stunde pünktlich zum Anlegen. Leider können wir ihn nicht mehr nutzen weil überall Fischerbojen ausgelegt sind. Mit Slalomkurs in den Hafen von Peniche. Angelegt bei der Jaybird die uns freundlich herangewinkt hat. Morgen gibt es ein Fischerfest in Peniche und die Fischer sind dabei ihre Boote zu schmücken. Da klopft es am Boot. Didi ist da und erzählt uns, dass er Pech beim Ankern hatte. Der Anker hatte sich in 17m Tiefe zwischen Felsen verharkt. Als er ihn aufholen wollte brach die Bugrolle. Er musste tauchen um den Anker zu befreien. Ohne Sauerstoff in 17m Tiefe. Alle Achtung!

07.08.06 - Nach einem turbulenten Wochenende: Sardinenfest in Peniche mit riesiger Grillfete. Die Fischer verteilten die Sardinen an die Besucher und diese grillten den ganzen Nachmittag. Dann folgten Gebete und Prozession . Die Marienstatuen wurden mit den geschmückten Schiffen zum Cap gefahren und wieder zurück in den Hafen. Danach erlebten wir ein tolles Feuerwerk. Für uns das größte was wir bisher gesehen haben. Eine kurze unruhige mit viel Schwell unterbrochene Nacht folgte. Am nächsten tag fahren wir mit dem Bus nach Obidos. Einer aus dem Mittelalter entstandenen Stadt. Fast vollständig erhalten mit einer Stadtmauer und Viadukt zur Wasserversorgung. Da es sehr heiß war - 38 Grad - verbrachten wir mehr Zeit als gewöhnlich in Bars. Abends gönnten uns essen im Restaurant. Wir haben gut gegessen : Fischeintopf mit Reis. Nicht nur gut gegessen sondern auch noch eine nette Unterhaltung mit unseren belgischen Tischnachbarn gehabt. Junge Leute die mit dem VW Bus die portugiesische Küste erkundeten. Danach eine weitere durch Musik Feuerwerk und Schwell unterbrochene Nachtruhe.

08.8.06 0 Uhr - auf nach Casais natürlich unter Motor. Der nette Engländer nahm unsere Leine an und lud uns und die Gim zum Anleger ein. Er warte auf seine Crew um nach Lissabon zu segeln. Uns wurde das Herz etwas schwer, denn es war unsere letzte Ankerdramm mit Harkan und Gerda Abends noch Cascais angeschaut. Sehr schöne Stadt mit modernem Tourismus und gepflegter Altstadt.

09.08.06 - Nachdem wir wieder mal Wäsche gewaschen haben. Eine Maschine braucht einen ganzen Vormittag. Um 9.00 haben wir uns auf den Weg gemacht. 10 Minuten Fußmarsch. Wie konnte es auch anders sein. Nur eine Maschine und die war belegt. Fritz hat sich erst mal beschwert. Der teuerste Hafen bisher 35 Euro. Nur eine Waschmaschine am entferntesten Punkt des Hafens, WLAN nicht funktionsfähig. Zurück ohne Wäschebeutel. Nach einer Stunde wieder hin und tatsächlich nach weiteren 10 Minuten unsere Wäsche in die Maschine gesteckt.Wieder zurück aber nur die halbe Strecke und Espresso getrunken und Zeitung gelesen. Seit einem Monat die erste deutsche Zeitung. Die Wäsche abgeholt. Sie muß noch zum Trocknen aufgehängt werden. Nun ist es schon wieder 13.00 Uhr und wir sind auf der GIM zum Abschied feiern eingeladen. Wir bekommen Geschenke .Ein Buch „ Your first Atlantik Crossing „ Nüsse zur Verpflegung und Korkmännchen mit der schwedischen Flagge.

Wir sind ganz gerührt. Die GIM fährt zum Ankerplatz vor Cascais. Sie wollen noch ein paar Tage bleiben um dann nach Lissabon zu segeln. Wir werden morgen weiter nach Süden nach Sesimbra segeln und auf Wind für den Schlag nach Madeira warten.

10.08.06. Vollgetankt machen wir uns ohne Harkan und Gerda auf den Weg. Wir fahren am Ankerplatz vorbei um noch einmal zu winken. Schon nicht so einfach. Wir haben den Beiden viel zu verdanken und haben soviel von ihnen gelernt.

Ein neuer Abschnitt auf unserer großen Reise beginnt! Los geht es mit prima Wind Wir können Vollzeug segeln und sind beide glücklich. Eine Moody 40 überholt uns langsam dann kommt eine Moody 38 in Sicht. Ein Engländer direkt neben uns. Fritz trimmt noch ein bisschen die Segel und es gelingt dem großen Schiff nicht uns zu überholen. Nur 3 Stunden motort und angelegt in Sesimbra. Ein schöner kleiner Hafen mit superneuen Sanitäreinrichtung. Ganz anders als im Buch beschrieben. Der Weg in den Ort ist mit 30 Minuten leider etwas weit weg. Nun warten wir auf den richtigen Wind um nach Madeira zu segeln. Sonst geht es am Samstag weiter nach Süden.

1. Strand
1.2 Strand
1.4 Schloss
1.6 Promenade
2- Nazare Oberstadt

Nazare

2.2 -Nazare - Der Strand im Hintergrund der Hafen

Nazare Strand

3.3.-Die ganze Stadt ist dabei

Penice Hafenfest

3.5.Blick auf Obidos

Blick auf Obidos

4.1. die GIM legt ab

Die GIM legt ab :-(

4.2 Zur Erinnerung von Harkan und Gerd

Zur Erinnerung von Harkan und Gerd...

5.3.Blick auf die Stadt

Sesimbra Hafen und Stadt